(08.04.2014)

Altersdiskriminierung – Alltag in Deutschland

8. April 2014. Altersdiskriminierung scheint in Deutschland tolerierter Alltag zu sein. Obwohl sich immer mehr Gerichte mit der Altersdiskriminierung auseinandersetzen müssen, werde sie von eine Großteil der Gesellschaft noch immer geduldet, so der Deutsche Schutzverband gegen Diskriminierung e. V. (DSD) in Jena.

Altersdiskriminierung ist in Deutschland allgegenwärtig. Besonders im Berufsleben ist sie weit verbreitet. Doch kaum jemand, der betroffen ist, geht dagegen vor. Uwe Hoffmann, der Geschäftsführer des DSD (www.gegendiskriminierung.de) kennt die Gründe: „Einerseits ist es natürlich die Angst, dass der Arbeitnehmer durch die Beschwerde weitere Nachteile in Kauf nehmen muss. Andererseits wird die alltägliche Altersdiskriminierung als normal und üblich empfunden.“

Altersdiskriminierung – ein deutsches Problem?

In Deutschland wird, anders als in anderen Staaten, sehr oft der Zugang zu Dienstleistungen an das Alter gekoppelt. Jeder kennt die Werbetafeln der Mobilfunkanbieter, die ihre Kunden generell mit „Du“ ansprechen und ihre Dienstleistungen fast ausschließlich an junge Menschen richten. Auch bei privaten Versicherungen macht sich ein schleichender Diskriminierungsprozess breit. „Bei vielen Versicherungen hängt die Prämienhöhe vom Alter ab“, sagt der DSD-Geschäftsführer. „Dass unter 24-jährige bei der Kfz-Versicherung mehr bezahlen müssen, ist bekannt. Aber in den letzten Jahren wurden auch die Prämien für über 60-jährige von vielen Versicherern still und heimlich angehoben. Unabhängig von einem Unfall.“

Das menschliche Verfallsdatum?

In unserer Gesellschaft hat sich die Wahrnehmung darüber, wann man „alt“ ist, deutlich nach unten verschoben. „Jemand, der heute mit 40 Jahren arbeitslos ist“, so Hoffmann, „bekommt auf dem Arbeitsmarkt schon massive Probleme. Vor zehn Jahren gab es diese Wiedereinstiegsprobleme ins Berufsleben höchsten mit 50 oder mehr Lebensjahren.“ Ältere Menschen sind von der Diskriminierung als Arbeitnehmer, Patienten und Verbraucher betroffen. Dabei könne man sich, so der DSD-Geschäftsführer, dagegen wehren: „Jede Diskriminierung ist ein Verstoß gegen das Menschenrecht. Selbst wenn ihnen die Bank keine Kreditkarte mehr gibt, weil sie als zu alt bewertet wurden.  Als Betroffener sollte man nicht schweigen, sondern sich, an einen Anwalt oder an entsprechende Verbände und Vereine wie uns wenden. Glücklicher Weise sind die deutschen Gerichte mittlerweile sehr sensibel geworden, wenn es um Diskriminierung geht. 

 

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