(10.03.2014)


Umzug einer Schwangeren – keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld

Jena, 07. September 2012. Eine schwangere Frau darf ihre Arbeit aufgeben, wenn sie in eine andere Stadt zum Kindsvater ziehen möchte, ohne dass sie ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld verliert, teilt der Deutsche Schutzverband gegen Diskriminierung (DSD) e. V. mit.

Das Sozialgericht (SG)in Dortmund hatte sich mit dem Fall einer Reinigungskraft aus Berlin zu beschäftigen. Die Frau, die im fünften Schwangerschaftsmonat nach Bochum zum Vater ihres Kindes gezogen ist, schloss mit ihrem Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag. Die Agentur für Arbeit verhängte daraufhin eine zwölfwöchige Sperrzeit mit der Begründung, dass sie das Beschäftigungsverhältnis ohne wichtigen Grund aufgelöst habe.

Das SG Dortmund hob die Entscheidung der Arbeitsagentur auf (Az.: S 31 AL 262/08). Die Frau, so die Richter, habe zwar vorsätzlich die Arbeitslosigkeit herbeigeführt, hierfür aber einen wichtigen Grund gehabt. Wegen gesundheitlicher Probleme während der Schwangerschaft und der Gefahr einer Fehlgeburt, habe die Frau im Interesse des ungeborenen Kindes die Unterstützung des Vaters in Bochum gebraucht. Und das sei eben nur mit der Aufgabe der Arbeit in Berlin und dem Umzug nach Bochum möglich gewesen.

<< zurück